23.07.2010
Ein Gespräch
Friedhilde Trüün ist neue Leiterin des Kinderchores Innenstadt
(das Gespräch führte Beatrice Frank)
Willkommen in Tübingen, herzlich willkommen auch an der Stiftskirche! Wie kommt’s, daß Sie den Kinderchor übernehmen? Erzählen Sie uns ein bißchen über sich und Ihren Werdegang?
Mein Name – Trüün – ist zwar estnisch-finnisch, aber ich komme aus der Grafschaft Bentheim an der niederländisch-deutschen Grenze. Dort ist man calvinistisch-reformiert, ich bin aber doch mit Musik aufgewachsen, meine Eltern haben dafür gesorgt. In Herford habe ich dann Kirchenmusik studiert, und danach in Wien Kinderchorleitung, Kinderstimmbildung und Gesang bei Kurt Hofbauer, der Koryphäe auf diesem Gebiet.
Dann war ich 17 Jahre lang an der Leonhardskirche in Reutlingen und 6 Jahre in Ochsenhausen an der Landesakademie für die musizierende Jugend Baden-Württemberg als Dozentin für die Fortbildung von Lehrer(inne)n und Erzieher(inne)n. Jetzt bin ich an der Hochschule für Musik in Trossingen und ab Wintersemester 2010/11 hier an der Hochschule für Kirchenmusik mit jeweils einem Lehrauftrag für Kinderchorleitung. Weiterhin bin ich seit 2 Jahren bei der dm-Initiative „Singende Kindergärten“ involviert.
Also Kinderchorarbeit rundum, in Theorie und Praxis. Nun ist es in Tübingen ja ein bißchen kompliziert, es ist der Kinderchor Innenstadt an der Kirchenmusikhochschule. Wie kommen Sie mit dieser Konstellation zurecht?
Oh, ich bin Zusammenarbeit gewohnt. Ich finde diese Kombination geradezu ideal. Ich kann gemeindebezogen arbeiten, Singen im Gottesdienst gehört selbstverständlich dazu – und die Studierenden können davon nur profitieren!
Was haben Sie nun in nächster Zukunft vor?
Nun, der erste Aufführungstermin am 24. Oktober liegt ja schon fest. Jetzt sind erst mal die großen Ferien, wir werden dann im September beginnen und die Chor-Freizeit nutzen, da können wir uns alle gut kennen lernen und bereits einiges fertig bringen. Ich will sehen, was kommt, und mich dann erst festlegen. Für den
Oktober plane ich etwas herbstlich Buntes, eine Mischung aus weltlicher und geistlicher Musik.
„Neues im Herbst“ soll es heißen, und das umfasst alles – neues Programm, neue Leitung, alles. Langfristig muß ich sagen, ich bin Bach-Fan, und ich finde, Kinder können sehr gut Bach singen … Nun, man wird sehen.
Eine Sache, die mir ganz persönlich am Herzen liegt: seit vielen Jahren ist der Kinderchor als Engelschor beim Krippenspiel der Kinderkirche am Heiligen Abend fest eingeplant, und hat immer viel zum Gelingen des Spieles beigetragen. Wie sind da Ihre Pläne?
Dieser Termin ist bereits fest notiert, natürlich sind wir dabei. Außerdem beteiligen wir uns am großen Paupersingen am 18. Dezember, da kommen die Kinderchöre aus ganz Tübingen sternförmig zusammen und treffen sich zum gemeinsamen Singen auf dem Marktplatz.
In letzter Sekunde vor Redaktionschluß eine letzte Frage: Gerade haben Sie den Chor, Ihren Kinderchor, unter Bredenbachs Leitung am Werk gesehen: das Singspiel „Martin Luther“ ist soeben verklungen. Wie war’s?
Vielversprechend! Ich freue mich auf die Chorarbeit und auf die Kinder.
Interview: Beatrice Frank, Foto: Carlo Weiß
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