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Das neue Cembalo!

Die Stiftskirche hat ein neues Cembalo.

Ein sehr edles Instrument, höchster Adel sozusagen. Wir sprachen mit ihm.


Entschuldigen Sie bitte, aber wie spricht man Sie eigentlich an?
- Ach, heute ist der Adel ja offiziell abgetan, deshalb ist es eigentlich ziemlich gleichgültig, wie Sie mich nennen. Hauptsache ist doch, daß Angehörige gewisser Familien immer noch aus edelsten Materialien gefertigt und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Entsprechend unserer Devise Adel verpflichtet konzentrieren wir uns selbstverständlich nur auf gehobene, kunstvolle Musik. Kirchenmusik natürlich, aber auch mal ein ge-diegenes weltliches Konzert. Wir wären uns auch nicht für ein Hoffest zu schade, aber so etwas gibt’s ja leider nicht mehr. Ach, selige Erinnerung, Bach am Hofe Friedrichs des Großen... Das waren noch Zeiten! Aber wir haben die charaktervollen Klangfarben, wirklich große Räume zu füllen. (perlt ein Arpeggio)
Sie hatten ja schon einen großen Auftritt -
O ja! Ich war gerade mal 2 Tage da, als ich schon intensiv gefordert wurde – drei Stunden Konzert, mit drei Cembalisten und Musik aus vier Jahrhunderten. Am Vortag noch eine öffentliche Einführung – Gesprächskonzert nennen sie es hier. Sehr interessant – man hört so einiges über die eigene Geschichte, das man sonst kaum erfahren würde.  
Und schauen Sie mal, ich bin mit Tübingen fest verbunden: hier in meinem Deckel innen ist der Nachdruck eines Kupferstichs von Merian: Tübingen von seiner schönsten Seite!
Diese Ahs und Ohs, als sich der Deckel zum ersten mal in Tübingen hob... Es sind sehr nette Menschen hier, ich freue mich auf die Zukunft. (Trillerfolge)
Was ist denn so geplant? - Nun, hin und wieder mal im Gottesdienst, aber vor allem in der Motette. Ein besonderer Höhepunkt wird die  
Silvestermotette werden. Da kommen meine beiden Lieblingsvettern zu Besuch, und wir werden zu dritt die beiden Konzerte für drei Cembali von Vater und Sohn Bach spielen. Das ist eine echte Herausforderung. Aber dafür lebt man schließlich. Das ist dann auch Gelegenheit, die eigene Familie wieder zu treffen, die anderen beiden Cembali sind entfernte Cousins, der eine war bei meinem ersten Auftritt auch dabei. Man lebt ja sonst etwas vereinsamt. (ein paar Töne in den unteren Baßsaiten)
Aber Sie sind doch sicher gut untergebracht? O ja, sehr gut, eine eigene kleine Wohnung, etwas abseits von den anderen Instrumenten – obwohl das eine durchaus nette Nachbarschaft ist, entfernte Verwandte. Und sehr ordentliches Personal, sehr geschickt und aufmerksam. Doch, ich bin zufrieden! (zirpt angetan)                                

Interview: B.F.


Spenden für die letzte Rate am Cembalo werden gerne noch entgegengenommen (Konto: Ev. Kirchenpflege, Stichwort Cembalo, IBAN DE 92 6415 0020 0000 000718)
Aktueller Stand 10.11.2014: 11.982,38 Euro

benötigt werden: 16.500 Euro.


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