Das Evangelische Kirchenregisteramt der Gesamtkirchengemeinde Tübingen

im Haus der Kirche "Villa Metz"

Hechinger Strasse 13

Zimmer 312

72072 Tübingen

 

Ansprechpartner:

Renate Ruckelshausen-Haller

Tel.: 07071/ 9304 17

Fax: 07071/ 9304 29

 

Für Ahnenforschungen ist das Landeskirchliche Archiv in Stuttgart, Balinger Strasse 33/1, 70567 Stuttgart Ihr Ansprechpartner.

Telefonische Anfragen unter: 0711/ 2149 373

 

Im Kirchenregisteramt werden alle kirchlichen(evangelisch) Amtshandlungen erfasst.

Die Aera der handschriftlichen Eintragungen in die Kirchenbücher endete 1992. Es schloß sich die Erfassung mit der Schreibmaschine an und seit 1994 werden Daten mittels elektronischer Dateneingabe per Computer erfasst.

 

 

Als KIRCHENBÜCHER werden die von den Pfarrämtern seit dem 16. Jahrhundert geführten Verzeichnisse der

Taufen, Trauungen und Bestattungen bezeichnet.

Als weitere Kirchenbücher kamen im 18.Jahrhundert das Konfirmandenregister und im 19.Jahrhundert das Familienregister dazu.

 

Erst 1876 wurden die bürgerlichen Standesämter in Deutschland eingeführt. Bis dahin hatten die Kirchenbücher die Funktion der Personenstandsregister. Sie waren damit nicht nur Verzeichnisse der kirchlichen Amtshandlungen sondern auch amtliche Urkundsbücher.

 

Zunächst wurde 1558 das Taufbuch eingeführt. Am 25.04.1558

findet sich der erste Eintrag im ältesten Tübinger Taufbuch.

Ein Jahr später, 1559, wurde die Anordnung über die Führung des Taufbuches in die Große Würrtembergische Kirchenordnung aufgenommen.

 

Das Führen des Ehebuchs wurde wohl zur gleichen Zeit angeordnet. In Tübingen findet sich allerdings einer der seltenen Fälle, daß das Ehebuch schon vor dem Taufbuch, nämlich 1553 beginnt. Allerdings hatte der Pfarrer die Ehen lediglich auf Zetteln gesammelt und erst später, vermutlich 1558, in das Buch eingetragen.

 

Totenbücher entstanden erst nach den Tauf-und Ehebüchern, aber noch im 16. Jahrhundert. In Tübingen beginnt das erste Totenbuch 1596.

In den Tübinger Totenbüchern der Jahre 1697 bis 1794 findet sich eine Besonderheit: Es gibt über 70 handgemalte und oft reich verzierte Gedenkblätter für verstorbene (meist) Akademiker und deren Angehörige.

Vielfach hatten Pfarrer für die Erleichterung verschiedener pfarramtlicher Geschäfte sogenannte Seelenregister angefertigt, in denen alle Gemeindeglieder verzeichnet wurden. Seit dem Jahr 1808 wurde die Führung eines solchen Registers unter dem Namen "Familienregister" den Pfarrern zur Pflicht gemacht. Bei Heirat oder Zuzug wurde für jedes Ehepaar eine neue Seite angelegt.

 

 

(Quelle: Landesarchivar Harald Müller-Baur)