Das Kirchenjahr

Liturgischer Kalender

Das Kirchenjahr bestimmt die jährliche Folge der Sonn- und Feiertage.

Es ist nicht mit dem kalendarischen Jahr identisch, sondern beginnt mit dem ersten Adventssonntag.

Die erste Hälfte des Kirchenjahres umfasst den Weihnachts- und Osterfestkreis und endet mit dem Pfingstfest.

Die zweite Hälfte beginnt mit dem Trinitatissonntag (Fest der Dreieinigkeit) und endet mit dem Ewigkeitssonntag (auch Totensonntag genannt). Die evangelische Kirche kennt nur Festtage, die eine biblische Begründung haben. Martin Luther kritisierte die breite Entfaltung der Heiligenfesttage in der katholischen Kirche.

 

Die einzelnen Festtage im Kirchenjahr
Nach den vier Adventssonntagen folgt das Weihnachtsfest, das Fest der Geburt Jesu. Seine Ursprünge gehen auf das 4. Jahrhundert zurück.

Am 6. Januar wird Epiphanias gefeiert, in der evangelischen Kirche der Tag der Erscheinung (Darstellung Jesu im Tempel), in katholischen Gegenden das Fest der heiligen drei Könige.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche (Kar = Wehklage), welche mit dem Karfreitag, dem Tag, an welchem der Kreuzigung Jesu gedacht wird, ihren Höhepunkt erreicht.

Am darauffolgenden Sonntag, dem Ostersonntag, wird der Auferstehung Jesu gedacht. Im Kirchenjahr gibt es Daten, die vom Sonnen- oder Mondjahr abhängig sind. So wird das Osterfest am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond begangen.

40 Tage nach Ostern, einem Donnerstag, folgt der Himmelfahrtstag, an welchem der Auffahrt Christi in den Himmel gedacht wird.

50 Tage nach Ostern das wird das Pfingstfest gefeiert. Pfingsten kommt von dem griechischen Wort: "pentekoste" = fünfzig. Pfingsten wird der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu gedacht. Dieser Tag gilt damit als Ursprung der ersten christlichen Gemeinde.

Mit dem Sonntag nach Pfingsten beginnt die Trinitatiszeit (Trinitatis = Dreieinigkeit). [je früher Ostern liegt, desto mehr Sonntage nach Trinitatis gibt es]. Sie endet erst im November mit dem drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. 

Am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Volkstrauertag, wird seit 1926 der Menschen gedacht, die durch Kriege ihr Leben lassen mussten.

Mit dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag) endet das Kirchenjahr. An diesem Sonntag wird in allen Kirchengemeinden der im vergangenen Kirchenjahr Verstorbenen gedacht.

 

Drei weitere Tage im Verlauf eines Kirchenjahres müssen noch genannt werden:

Anfang März: der Weltgebetstag (früher Weltgebetstag der Frauen)
31. Oktober: der Reformationstag (am Vorabend von Allerheiligen, dem 1. November 1517 schlug Martin Luther seine 95  Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg und löste damit die Reformation aus)
Der letzte Mittwoch des Kirchenjahres gilt seit 1852 als Buß- und Bettag. (war bis 1995 gesetzlicher Feiertag und wurde der Fianzierung der Pflegeversicherung geopfert).