Christi Himmelfahrt

Die Himmelfahrt des auferstandenen Jesus Christus wird im Lukasevangelium und in der Apostelgeschichte beschrieben.

 

In der Apostelgeschichte (Apg 1, 9-11) wird erzählt, dass Christus vierzig Tage nach dem Osterfest mit seinen Jüngern beisammen war. Vor ihren Augen wurde er emporgehoben, eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn den Blicken der Jünger. Dabei geht es nicht um eine phantastische Reise. Genau wie die Geschichten von der Auferstehung Jesu sagt die Geschichte von seiner Himmelfahrt: Jesus ist nicht im Tod geblieben, er ist bei Gott.
Seit 370 kann das Fest Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest vierzig Tage nach Ostern nachgewiesen werden. Gefeiert wird es am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern.
Ursprünglich gab es kein eigenes Himmelfahrtsfest. Die ersten Christen haben die 50 Tage nach Ostern als eine einzige Festzeit gefeiert.  

Heute werden in vielen evangelischen Kirchen Gottesdienste unter freiem Himmel gefeiert.

In katholischen Gemeinden haben sich bis in die heutige Zeit Himmelfahrtsprozessionen gehalten: Sie erinnern daran, dass Christen ein "wanderndes Volk" sind, auf dem Weg zu Gott. Wohlwollende Deutungen sehen darin den Ursprung der Vatertagsausflüge. Tatsächlich wurde der Vatertag 1910 von der Amerikanerin Louisa Dodd, deren Vater im Sezessionskrieg gekämpft hatte, ins Leben gerufen. Seit Anfang der dreißiger Jahre wird er in Deutschland am Himmelfahrtstag begangen - einen Zusammenhang mit dem christlichen Feiertag hat er nicht.

Pfingsten

Neben Ostern und Weihnachten ist Pfingsten das dritte große christliche Fest in unserem Kalender. Es wird seit dem vierten Jahrhundert 50 Tage nach Ostern gefeiert, was dem Pfingstfest auch den Namen gab (pentekoste = der fünfzigte Tag nach Ostern).

Der eigentliche Festtag ist also der Pfingstmontag. Pfingsten bildet im Kirchenjahr den Abschluss des Osterfestkreises. Mit dem folgenden Sonntag Trinitatis beginnt der dritte Festkreis.

Die Apostelgeschichte des Lukas berichtet im 2. Kapitel von der Ausgießung des Heiligen Geistes, der die Menschen unmittelbar die begeisternde, aktivierende und tröstende Kraft Gottes erfahren lässt. Die Jüngerinnen und Jünger Jesu werden 50 Tage nach Jesu Tod vom Heiligen Geist erfüllt und fangen plötzlich an, in fremden Sprachen zu predigen. Petrus hält seine berühmte Pfingstpredigt. Tausende lassen sich taufen und schließen sich zur ersten christlichen Gemeinde zusammen. Der Evangelist Lukas griff auf jüdische Traditionselemente zurück und macht deutlich, was am Sinai für das jüdische Volk geschah, das wiederholte sich Pfingsten für alle Völker: eine neue Gesetzgebung, das Gesetz der Liebe für das "neue Israel", die Kirche. Auch die Sprachverwirrung, die beim Turmbau zu Babel erfolgt war (1. Mose 11, 1 - 9), wurde nun durch die eine Sprache des Geistes überwunden, Verständigung wurde neu möglich unter Menschen und zwischen Mensch und Gott (Apostelgeschichte 2, 6). Pfingsten gilt daher als "Geburtstag der Kirche".